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Was steckt hinter „zu teuer“ und Feilschen um den Preis?

11. Aug.
4 Min. Lesezeit

„Zu teuer“ heißt meistens: Der Wert wurde nicht verstanden. Preise werden immer im Verhältnis zum wahrgenommenen Wert beurteilt. Ist der Wert unklar, wirkt jeder Preis zu hoch. Und wer oft um den Preis feilschen muss, zieht mit unklaren Texten oft genau die Menschen an, die vor allem auf den Preis schauen.


Kaum etwas verunsichert so sehr wie ein „Das ist mir zu teuer“. Sofort meldet sich die innere Stimme: Bin ich zu teuer? Sollte ich runtergehen? Bevor du an deinem Preis drehst, schau dir an, was eigentlich dahintersteckt.


Selbstständige in bordeauxroter Bluse bleibt im Preisgespräch an ihrem hellen Schreibtisch ruhig und klar

Warum sagen Kundinnen „zu teuer“?


Deine Kundin kann vor der Buchung nicht prüfen, wie gut du bist. Sie orientiert sich an dem, was sie sieht und liest. Wenn dort vor allem Stunden, Termine und Module stehen, vergleicht sie genau das: Stundenpreise. Und dann bist du fast immer zu teuer, weil irgendwo jemand günstiger ist.


Format erklärt keinen Wert. Das Ergebnis schon. Wer weiß, was nach der Zusammenarbeit anders ist, rechnet nicht mehr in Stunden.


Welche drei Fragen muss dein Angebotstext beantworten?


  1. Was ist danach anders? Das konkrete Ergebnis, nicht der Ablauf.

  2. Wie fühlt sich der Alltag danach an? Eine Beschreibung, die sich deine Kundin vorstellen kann.

  3. Warum du? Was dich von anderen unterscheidet, damit es nicht beim reinen Preisvergleich bleibt.


Wenn eine dieser Fragen offen bleibt, füllt deine Kundin die Lücke selbst. Und meistens füllt sie sie mit „Das kann ich auch woanders günstiger bekommen“.


💡 Tipp: Kopfkino statt Leistungsliste

Ein Bild vom Zustand nach der Zusammenarbeit wirkt stärker als jede Liste. Statt „6 Sitzungen à 90 Minuten“ lieber: „Du öffnest deine Website und weißt: Genau so will ich klingen.“ Die Leistungen dürfen danach kommen.


Wirkt dein Auftritt, als würdest du das nur nebenbei machen?


Manchmal liegt es gar nicht am Angebotstext, sondern am gesamten Auftritt. Typische Signale für „nebenbei“ sind eine veraltete Website, keine klare Angebotsbeschreibung oder wechselnde Botschaften auf verschiedenen Kanälen.


Das ist wie ein gutes Produkt in einer Verpackung, die niemand ernst nimmt. Ein stimmiger Auftritt ist keine Eitelkeit, sondern die Grundlage dafür, dass Kundinnen einen fairen Preis zahlen. Ein hoher Preis bei einem unklaren Auftritt wirkt unstimmig. Beides muss dieselbe Sprache sprechen.



Wer nach Nebenbei klingt, bekommt keinen Vollpreis.



Warum feilschen manche Kundinnen um den Preis?


Preisverhandlungen sind oft ein Signal, dass der Wert nicht klar beschrieben ist. Klare Texte wirken wie ein Filter. Sie ziehen die an, die genau dein Ergebnis wollen, und halten die fern, die vor allem ein Schnäppchen suchen. Nicht jede Anfrage ist eine gute Anfrage.


Eine Positionierung, die ein Nein aushält, schützt deine Zeit und deinen Preis. Wenn du dich fragst, warum ein klarer Fokus dabei so wichtig ist, lies Warum kaufen Kundinnen nicht, obwohl du richtig gut bist?.


Hände bauen ein Hausmodell auf einem soliden Fundament als Bild dafür, dass die billige Lösung später doppelt kostet

Ist die billige Lösung am Ende wirklich günstiger?


Viele Selbstständige sparen gerade am Anfang an Positionierung und Texten. Verständlich. Aber die günstige Abkürzung hat versteckte Kosten. Nicht die Ausgabe ist das Problem, sondern was eine schwache Botschaft laufend verhindert: Anfragen, die nicht kommen, und Stunden, in denen du deine Website zum dritten Mal umschreibst.


Es ist wie bei einem Haus. Ein schwaches Fundament fällt am Anfang nicht auf. Aber jede Etage, die du darauf baust, wird wackliger. Ein solides Fundament kostet am Anfang mehr Zeit und manchmal auch Geld. Später sparst du beides.


✍️ Übung zum Selbermachen: Wenn es bei deinem Preis kribbelt, stell dir drei Fragen: Kann ich das Ergebnis für meine Kundin in einem Satz benennen? Steht dieses Ergebnis in meinem Text vor dem Preis? Passt mein Auftritt zu dem Preis, den ich verlange? Das Kribbeln ist ein Hinweis, kein Grund zum Senken.

Häufige Fragen zum Einwand „zu teuer“


Frag ehrlich nach, was die Person mit „zu teuer“ meint. Oft geht es um Unsicherheit, ob sich die Investition lohnt. Dann hilft es, das Ergebnis noch einmal konkret zu beschreiben, statt sofort einen Nachlass anzubieten.

Das hängt von deinem Angebot ab. Wichtiger als die Frage, ob der Preis sichtbar ist, ist die Reihenfolge: Erst sollte der Wert klar sein, dann der Preis.

Du darfst bei deinem Preis bleiben. Wenn das Budget wirklich nicht passt, kannst du den Umfang anpassen statt den Preis für dieselbe Leistung zu senken.

Wenn auch Kundinnen, die dein Ergebnis klar verstanden haben und es wollen, regelmäßig nicht buchen können, lohnt sich ein Blick auf den Preis. Vorher lohnt sich der Blick auf deine Texte.


Willst du nicht mehr über deinen Preis diskutieren?


Lass uns schauen, wie dein Angebot so klar wird, dass der Wert für sich spricht. Im kostenlosen Kennenlerncall finden wir heraus, wo dein Text gerade Fragen offen lässt.




Claudia Raith, Marketingstrategin für selbstständige Frauen

Über die Autorin

Ich bin Claudia, Marketingstrategin mit über 15 Jahren Erfahrung. Ich begleite selbstständige Frauen dabei, ihre Positionierung zu schärfen, ihre Marke klar zu machen und ein Business aufzubauen, das wirklich trägt. Ehrlich, individuell und auf Augenhöhe.

→ So arbeite ich mit dir

 
 
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