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Warum zweifeln gerade Expertinnen so oft an sich selbst?

15. Sept.
3 Min. Lesezeit

Gerade Expertinnen zweifeln oft an sich, weil sie viel wissen und deshalb auch sehen, was sie noch nicht wissen. Selbstzweifel sind kein Zeichen von Inkompetenz. Oft fehlt dir auch nicht Mut, sondern ein klar formulierter Satz über dein Angebot. Selbstbewusst heißt nicht zweifelsfrei, sondern trotzdem sichtbar.


Kennst du das? Du siehst Menschen mit deutlich weniger Erfahrung, die selbstbewusst auftreten und gebucht werden. Und du sitzt vor deinem Entwurf und fragst dich, ob du das wirklich so schreiben darfst.


Expertin mit langem schwarzem Zopf sieht sich im Spiegel an und gewinnt sichtbar an Selbstvertrauen

Warum zweifeln gerade die, die viel wissen?


Je mehr du über ein Thema weißt, desto mehr siehst du, was du noch nicht weißt. Das macht dich vorsichtig. Menschen mit wenig Ahnung sehen diese Lücken oft gar nicht und treten deshalb selbstbewusster auf.


Das Problem ist nicht dein Zweifel. Das Problem ist, was er in deinem Marketing anrichtet:

  • Texte bleiben im Entwurfsordner liegen.

  • Formulierungen werden so vorsichtig, dass niemand deine Qualität bemerkt.

  • Du wartest auf den richtigen Moment, der nie kommt.

  • Du verkleinerst dich: „Ich unterstütze ein bisschen bei …“



Selbstbewusst heißt nicht zweifelsfrei.



Brauchst du noch eine Ausbildung?


Ehrliche Antwort: wahrscheinlich nicht. Kundinnen bewerten, ob ihr Problem gelöst wird, nicht die Zahl deiner Zertifikate. Weiterbildung ist wertvoll. Aber sie kann auch zum Aufschieben werden, wenn sie Sichtbarkeit ersetzt.


Und hier ist ein Gedanke, der vielen hilft: Dein Können klar zu formulieren, kostet weniger Zeit als die nächste Ausbildung. Du bist heute schon Expertin. Sichtbar wird deine Expertise aber erst, wenn du sie zeigst.


Fehlt dir Mut oder Klarheit?


Stell dir vor, du bist beim Netzwerktreffen und jemand fragt: „Und was machst du so?“ Es folgt eine lange, relativierende Antwort mit vielen „eigentlich“ und „so ein bisschen“. Das fühlt sich an wie fehlender Mut. Ist es aber meistens nicht.


Symptom

Eigentliche Ursache

Ich rede um den heißen Brei herum

Ich will zu viel auf einmal erzählen

Ich weiß nicht, wen ich ansprechen soll

Meine Zielgruppe ist unklar

Ich fange immer wieder neu an

Mir fehlt ein Kernsatz


Die Lösung ist deshalb selten ein Selbstbewusstseinstraining, sondern ein klar formulierter Satz über dein Angebot. Wie du diesen Satz findest, liest du in Wie wirst du die erste Wahl, die man weiterempfiehlt?.


Hand schiebt einen Stapel Zertifikate beiseite, daneben ein Notizbuch mit einem einzigen Satz

Was sagt deine innere Kritikerin, und was stimmt wirklich?


Deine innere Kritikerin hat viele Sätze. Aber sie hat nicht das letzte Wort:

  • „Wer bin ich, dass ich dafür Geld nehme?“ Deine Arbeit bewirkt bei deinen Kundinnen jeden Tag etwas Konkretes. Das hat einen Wert.

  • „Das machen doch schon so viele.“ Fachwissen mag ähnlich sein. Deine Art, deine Haltung und deine Herangehensweise sind es nicht.

  • „Lieber nicht so auffallen.“ Unauffälligkeit schützt dich nicht. Sie sorgt nur dafür, dass die passenden Kundinnen dich nicht finden.

  • „Das ist doch Angeberei.“ Klar zu sagen, was du kannst, ist eine Information für deine Kundin. Kein Angeben.


💡 Tipp: Perfekt gibt es nicht

Kein Text ist je fertig. Veröffentlichen bringt mehr als Feilen. Setz dir für deinen nächsten Text eine Frist und eine Grenze, zum Beispiel: maximal zwei Überarbeitungen. Dann geht er raus.


Wenn du nicht auf dich setzt, wer dann?


Wer selbst zögert, sendet Unsicherheit. Und die spüren auch Kundinnen. Auf dich zu setzen heißt nicht, laut zu sein. Es heißt, dein Angebot sichtbar und klar zu benennen. Manchmal braucht es dafür jemanden von außen, der sagt: „Doch, das darfst du genau so schreiben.“


✍️ Übung zum Selbermachen: Schreib drei Sätze auf, mit denen du dich in letzter Zeit kleingemacht hast. Zum Beispiel „Ich helfe ein bisschen bei …“. Formuliere jeden Satz neu, ohne Weichmacher wie „ein bisschen“, „eigentlich“ oder „versuche“. Lies die neuen Sätze laut vor.

Häufige Fragen zu Selbstzweifeln


Nein. Gerade Menschen mit viel Wissen zweifeln oft, weil sie die Komplexität ihres Themas kennen. Zweifel sind kein Maßstab für deine Kompetenz.

Indem du nicht wartest, bis die Zweifel weg sind. Ein klarer Satz über dein Angebot und ein fester Rhythmus helfen, trotzdem sichtbar zu werden.

Manchmal hilft es. Oft liegt die Unsicherheit aber an fehlender Klarheit über Angebot und Zielgruppe. Wenn das geklärt ist, wird vieles leichter.


Darfst du dich zeigen? Ja.


Wenn du merkst, dass dich deine Zweifel ausbremsen, schauen wir im kostenlosen Kennenlerncall, welche Klarheit dir gerade fehlt. Ehrlich und auf Augenhöhe.




Claudia Raith, Marketingstrategin für selbstständige Frauen

Über die Autorin

Ich bin Claudia, Marketingstrategin mit über 15 Jahren Erfahrung. Ich begleite selbstständige Frauen dabei, ihre Positionierung zu schärfen, ihre Marke klar zu machen und ein Business aufzubauen, das wirklich trägt. Ehrlich, individuell und auf Augenhöhe.

→ So arbeite ich mit dir

 
 
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