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Warum ist „für alle da sein“ der teuerste Fehler im Marketing?

7. Juli
5 Min. Lesezeit

Wer für alle da sein will, spricht am Ende niemanden richtig an. Deine Texte werden allgemein, dein Angebot beliebig und du wirst über den Preis verglichen. Eine klare Positionierung für Selbstständige schließt niemanden aus. Sie sorgt dafür, dass sich die Richtigen sofort gemeint fühlen, und genau das macht sie zur günstigsten Entscheidung in deinem Marketing.


„Ich will mich nicht festlegen, ich könnte ja Kundinnen verlieren.“ Diesen Satz höre ich in fast jedem Erstgespräch. Mal laut ausgesprochen, mal versteckt in einem Angebot, das von Social Media über Webtexte bis zum Coaching alles abdeckt.


Ich verstehe den Gedanken. Gerade wenn dein Business noch nicht so trägt, wie du es dir wünschst, fühlt sich jede Entscheidung wie ein Risiko an. Ehrlich gesagt ist es aber einer der teuersten Fehler, die du machen kannst. Lass uns anschauen, warum.


Selbstbewusste Unternehmerin im Bordeaux-Blazer steht entschlossen in ihrem hellen Atelier und steht für eine klare Positionierung

Warum fühlt sich „für alle da sein“ so sicher an?


Mehr Angebot, mehr Chancen. Klingt logisch. Wer breit aufgestellt ist, verpasst keine Anfrage, so die Hoffnung. Dazu kommt die Sorge, sich mit einer klaren Aussage angreifbar zu machen. Also formulierst du lieber so, dass sich niemand daran stört.


Das Problem: Woran sich niemand stört, daran bleibt auch niemand hängen. Stell dir vor, du stehst auf einem vollen Marktplatz und rufst „Hallo, Sie da!“. Niemand dreht sich um. Rufst du „Hallo, Sabine!“, dreht sich genau eine Frau um. Die richtige.


Was kostet es dich, wenn du für alle da sein willst?


Die Rechnung kommt nicht auf einmal, sondern schleichend. Und zwar an vier Stellen:

  • Zeit: Du erfindest für jede Anfrage das Rad neu, weil es kein klares Angebot gibt, auf das du zeigen kannst.

  • Geld: Ohne klares Profil klingst du wie zehn andere. Dann bleibt der Preis als einziges Unterscheidungsmerkmal.

  • Energie: Es kommen Projekte, die eigentlich nicht zu dir passen. Du sagst trotzdem Ja und ärgerst dich hinterher.

  • Sichtbarkeit: An „die, die alles macht“ erinnert sich niemand. Empfehlungen bleiben vage.


Hör mal genau hin, wie du empfohlen wirst. „Die macht so Marketing-Sachen“ bringt dir keine Kundin. „Wenn du genau dieses Problem hast, musst du zu ihr“ schon.


Welche Sätze verraten, dass du es allen recht machen willst?


Oft steckt das „für alle da sein“ schon in einzelnen Formulierungen. „Für alle, die mehr wollen“ zum Beispiel. Wer will nicht mehr? Genau deshalb fühlt sich niemand gemeint. Drei Klassiker, die niemanden stören und niemanden überzeugen, und wie es konkreter geht:


Statt

Lieber konkret

„Für alle, die mehr wollen.“

„Für Coachinnen, die nach dem Erstgespräch zu selten gebucht werden.“

„Individuelle Lösungen.“

„Du gehst mit Texten raus, die klingen wie du im besten Gespräch.“

„Ganzheitliche Begleitung.“

„Wir klären Positionierung, Botschaft und Website in einem Prozess.“


Wenn einer dieser Sätze auf deiner Website steht, ist das kein Drama. Aber es ist ein guter Hinweis darauf, wo du schärfen kannst. Die Faustregel: Benenne, was für deine Kundin danach konkret anders ist.


Engt mich eine klare Positionierung nicht ein?


Dieser Satz bringt mich ehrlich gesagt auf die Palme. Positionierung gibt dir Richtung, keine Grenzen. Stell dir dein Business wie ein Haus vor: Die Positionierung ist das Fundament. Darauf kannst du anbauen, umbauen und neue Räume einrichten. Ohne Fundament wackelt jede Wand, die du hochziehst.


Positionierung macht dich außerdem findbar. Wer alles anbietet, wird bei keiner Suche gefunden, weder bei Google noch im Kopf deiner Kundin. Und sie lässt dir Raum zu wachsen, mit einem klaren Kern statt mit einem Bauchladen. Unternehmerin sein heißt eben auch, Verantwortung für die eigene Wirkung zu übernehmen. Mehr dazu liest du in Warum in dir längst eine Unternehmerin steckt.



Positionierung gibt dir Richtung, keine Grenzen.



Muss ich besser sein als alle anderen, um mich zu positionieren?


Nein. Du musst nicht die Beste sein, sondern die Passendste. Kundinnen suchen nicht die objektiv beste Anbieterin, die gibt es nämlich nicht. Sie suchen die, die ihre Situation versteht, ihre Sprache spricht und so arbeitet, wie es zu ihnen passt.


Viel Konkurrenzdruck entsteht im eigenen Kopf. Wer klar sagt, für wen sie da ist, muss niemanden übertrumpfen. Sie muss nur sichtbar machen, warum sie passt.


Verliere ich Kundinnen, wenn ich mich festlege?


Die Angst ist verständlich. In der Praxis passiert meistens das Gegenteil. Eine klare Ausrichtung sorgt dafür, dass sich die Richtigen sofort angesprochen fühlen. Und die anderen? Die buchen dich oft trotzdem, weil Klarheit Vertrauen schafft, auch über deine Nische hinaus.


Klar sein heißt auch: Die Falschen dürfen abspringen. Das ist kein Verlust, sondern ein Filter. Jede unpassende Anfrage, die gar nicht erst kommt, spart dir ein Erstgespräch, das nirgendwohin führt.


💡 Tipp: Der Weitererzähl-Test

Bitte drei Menschen, die dich gut kennen, in einem Satz zu sagen, wofür sie dich weiterempfehlen würden. Kommen drei verschiedene Antworten oder geraten alle ins Stocken, weißt du, wo deine Positionierung noch unscharf ist.


Aufgeräumter Homeoffice-Schreibtisch mit leerem Notizbuch, Kaffee und Laptop als Bild für den Start in die eigene Positionierung

Wie fängst du an, deine Positionierung zu schärfen?


Du brauchst dafür keinen Rundumschlag. Fang mit drei ehrlichen Fragen an:

  1. Mit welchen Kundinnen hat dir die Zusammenarbeit am meisten Freude gemacht, und warum?

  2. Bei welchem Problem wirst du immer wieder gefragt, und wo bist du richtig gut?

  3. Was soll jemand über dich sagen, wenn er dich weiterempfiehlt?


Aus den Antworten entsteht noch keine fertige Positionierung. Aber du siehst, wohin die Spur führt. Der Blick von außen hilft dabei enorm, denn über das eigene Business zu schreiben ist wie sich selbst die Haare zu schneiden: Den Hinterkopf sieht man nicht. Ein weiterer Kurs bringt dir diese Klarheit übrigens selten. Warum, erkläre ich in Warum Massenkurse dich nicht weiterbringen.


✍️ Übung zum Selbermachen: Schreib den Satz „Ich helfe [wem] bei [welchem Problem], damit [welches Ergebnis].“ dreimal auf und mach ihn jedes Mal ein Stück enger. Welche Version fühlt sich am meisten nach dir an?

Häufige Fragen zur Positionierung


Positionierung heißt, klar zu sagen, für wen du da bist, welches Problem du löst und warum du dafür die passende Wahl bist. Sie ist das Fundament für deine Texte, dein Angebot und deine Sichtbarkeit.

So eng, dass sich deine Wunschkundin sofort wiedererkennt, und so weit, dass genug Menschen dieses Problem haben. Eine Nische muss nicht über eine Branche entstehen. Sie kann auch über ein Problem, eine Lebenssituation oder deine Arbeitsweise entstehen.

Ja. Positionierung ist kein Vertrag für die Ewigkeit. Wenn dein Business wächst, darf sie mitwachsen. Wichtig ist, dass du zu jedem Zeitpunkt einen klaren Kern hast.

Dann lohnt sich die Frage, was diese Angebote verbindet. Oft gibt es einen gemeinsamen Kern, zum Beispiel ein Problem oder eine Haltung. Den stellst du nach vorn, die einzelnen Angebote ordnest du dahinter.

Typische Zeichen sind bunt gemischte Anfragen, häufige Preisdiskussionen, vage Empfehlungen und das Gefühl, in jedem Erstgespräch wieder von vorn erklären zu müssen, was du eigentlich machst.


Bereit, dich festzulegen?


Du willst endlich in einem Satz sagen können, wofür du stehst? Dann lass uns gemeinsam draufschauen. Im kostenlosen Kennenlerncall schauen wir ehrlich, wo du gerade stehst und ob wir zusammenpassen. Kein Verkaufsgespräch.



Wie ich dich bei Positionierung und Botschaft unterstütze, findest du in meinen Services.



Claudia Raith, Marketingstrategin für selbstständige Frauen

Über die Autorin

Ich bin Claudia, Marketingstrategin mit über 15 Jahren Erfahrung. Ich begleite selbstständige Frauen dabei, ihre Positionierung zu schärfen, ihre Marke klar zu machen und ein Business aufzubauen, das wirklich trägt. Ehrlich, individuell und auf Augenhöhe.

→ So arbeite ich mit dir

 
 
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