Hat deine Zielgruppe wirklich kein Geld?
Meistens hat deine Zielgruppe Geld, nämlich für das, was sie wirklich will. „Kein Geld“ heißt oft „nicht wichtig genug“. Und ob dein Angebot wichtig genug wirkt, hängt stark davon ab, ob du nur beschreibst, was sie braucht, oder auch, was sie sich wünscht.
Ich höre den Satz oft: „Meine Kundinnen können sich das nicht leisten.“ Manchmal stimmt das. Aber viel öfter ist er eine Annahme, die wir nie überprüft haben. Und diese Annahme hat Folgen: Wir machen unsere Preise kleiner, unsere Angebote billiger und unsere Texte vorsichtiger.

Haben deine Kundinnen wirklich kein Geld?
Schau dich in deinem eigenen Alltag um. Bei manchen Dingen sparst du, bei anderen gibst du gern Geld aus. Das hat selten mit deinem Kontostand zu tun, sondern mit deinen Prioritäten. Genauso geht es deinen Kundinnen.
Natürlich gibt es Menschen, für die bestimmte Preise wirklich nicht machbar sind. Das ist ernst zu nehmen. Aber wenn du das Gefühl hast, dass deine gesamte Zielgruppe kein Geld hat, lohnt sich ein zweiter Blick auf dein Angebot und deine Texte.
Was ist der Unterschied zwischen Brauchen und Wollen?
Brauchen | Wollen |
Ich brauche eine Steuerberatung | Ich will nachts nicht mehr an die Steuer denken |
Ich brauche eine neue Website | Ich will meine Website endlich stolz verschicken |
Ich brauche Marketing | Ich will wissen, woher meine nächsten Kundinnen kommen |
Ein Angebot, das nur das Brauchen beschreibt, wirkt wie eine Pflicht. Und Pflichten schieben wir auf. Das Wollen dagegen beschreibt den Wunsch und das Gefühl nach der Veränderung. Dafür treffen Menschen Entscheidungen, und dafür finden sie auch Geld.
Für Pflichten sucht man Ausreden. Für Wünsche sucht man Wege.
Warum klingt dein Angebot vielleicht nach Pflicht?
Oft beschreiben wir unser Angebot so, wie wir es selbst sehen: mit Ablauf, Anzahl der Termine und Methoden. Das ist sachlich richtig, aber es weckt keinen Wunsch. Typische Pflicht-Signale in Texten sind:
Du beschreibst vor allem, was du machst, statt was danach anders ist.
Du sprichst von Problemen, aber nicht vom Gefühl nach der Lösung.
Dein Preis steht direkt neben einer Liste von Leistungen, ohne Ergebnis.
Du entschuldigst dich fast für den Preis, zum Beispiel mit „nur“ oder „schon ab“.
💡 Tipp: Der Nachher-Satz Schreib unter jedes Angebot einen Satz, der mit „Danach kannst du …“ beginnt. Nicht „Danach hast du fünf Sitzungen gehabt“, sondern „Danach kannst du in einem Satz sagen, wofür du stehst.“ Dieser Satz gehört nach oben, nicht ans Ende. |

Wie sprichst du das Wollen deiner Kundin an?
Stell das Ergebnis und den Wunsch in den Vordergrund. Beschreibe den Alltag nach der Zusammenarbeit so konkret, dass deine Kundin ihn sich vorstellen kann. Und nutze dabei ihre Worte, nicht deine Fachbegriffe.
Das heißt nicht, dass du übertreiben oder Druck machen sollst. Es heißt nur, dass du zeigst, wofür sie ihr Geld eigentlich ausgibt. Mehr dazu, wie du den Wert deines Angebots sichtbar machst, liest du in Was steckt hinter „zu teuer“ und Feilschen um den Preis?.
✍️ Übung zum Selbermachen: Nimm deinen aktuellen Angebotstext und markiere alle Sätze, die beschreiben, was du tust. Markiere dann in einer anderen Farbe alle Sätze, die beschreiben, was sich für deine Kundin verändert. Welche Farbe überwiegt?
Häufige Fragen zum Thema Zielgruppe und Geld
Soll ich meine Preise senken, wenn Kundinnen sagen, sie haben kein Geld?
Nicht als erste Reaktion. Prüf zuerst, ob dein Text das Ergebnis klar zeigt. Wenn Interessentinnen den Wert nicht erkennen, hilft ein niedrigerer Preis selten dauerhaft.
Was ist, wenn meine Zielgruppe wirklich wenig Budget hat?
Dann lohnt sich die Frage, ob du die passende Zielgruppe gewählt hast oder ob es innerhalb deines Themas Kundinnen gibt, für die dein Angebot eine höhere Priorität hat.
Ist es manipulativ, das Wollen anzusprechen?
Nein, solange du ehrlich bleibst. Du beschreibst ein Ergebnis, das du tatsächlich lieferst. Manipulativ wird es erst, wenn du Versprechen machst, die du nicht halten kannst, oder künstlichen Druck aufbaust.
Klingt dein Angebot noch nach Pflicht?
Lass uns gemeinsam schauen, wie dein Angebot so klingt, dass deine Kundin es wirklich will. Im kostenlosen Kennenlerncall finden wir heraus, wo es gerade hakt.
![]() | Über die Autorin Ich bin Claudia, Marketingstrategin mit über 15 Jahren Erfahrung. Ich begleite selbstständige Frauen dabei, ihre Positionierung zu schärfen, ihre Marke klar zu machen und ein Business aufzubauen, das wirklich trägt. Ehrlich, individuell und auf Augenhöhe. |


